"Demokratie zu stärken ist kein optionales Zusatzprogramm"
Zum dritten Mal hatte Regionalbischof Friedrich Selter am Mittwoch vor dem Reformationstag zum Empfang des Sprengels Osnabrück in die Kirche Sankt Marien eingeladen, die auch seine Predigtkirche ist. Das Thema „Kirche stärkt Demokratie“ war in der Einladung bewusst ohne Satzzeichen formuliert worden. Als Referenten hatte Regionalbischof Friedrich Selter Thomas Krüger, Bürgerrechtler und langjähriger Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung Berlin, eingeladen.
Thomas Krüger setzte in seinem immer wieder von Applaus unterbrochenen Vortrag ein Ausrufezeichen hinter diesen Titel.
Das Eintreten für Demokratie „ist die logische zwingende Konsequenz des Glaubenszeugnisses in der Welt“, sagte er und widersprach der Aufforderung, Religion solle sich ins Private zurückziehen.
„Demokratie zu stärken ist kein optionales Zusatzprogramm für Christinnen und Christen, es ist die praktische Umsetzung des Glaubens: gelebte Nächstenliebe im Gewand des Rechtsstaates“.
Ausdrücklich verwies der Referent auf die Kirchenverfassung der Landeskirche Hannovers, ihr Bekenntnis zum freiheitlichen, demokratischen und sozialen Rechtsstaat und auf die Mitgestaltung des Gemeinwesens durch die Mitglieder der Kirche, wie es Artikel 5 der Kirchenverfassung formuliert.
Als Konkretion im Sinne des Themas stellten Birgit Lemper und Christian Bode von der katholischen und der evangelischen Erwachsenenbildung das gemeinsam mit weiteren kirchlichen Partnern aufgelegte Angebot zum Argumentationstraining gegen "Stammtischparolen" vor, das im November startet. Es wendet sich an Interessierte, Gruppen, Gremien und Kreise innerhalb und außerhalb kirchlicher Bezüge. Infos und Anmeldungen über www.https://sprengel-osnabrueck.de/info-und-service/demokratie-staerken
(Text /Foto Brigitte Neuhaus, Sprengel Osnabrück)


