Einsatz für Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt am Tag des Grundgesetzes

Nachricht 23. Mai 2026

Bischöfe gestalten ökumenisches Friedensgebet zum Jahrestag des Grundgesetzes

Regionalbischof Friedrich Selter und Bischof Dominicus Meier OSB gestalteten am heutigen Samstag (23. Mai) in der Kirche St. Marien in Osnabrück aus Anlass der Verkündung des Grundgesetzes vor 77 Jahren das Friedensgebet der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Osnabrück (ACKOS). Die Leiter des Sprengels Osnabrück und des Bistums Osnabrück betonten darin ihren Einsatz für Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt.

Regionalbischof Friedrich Selter warb in dem Zusammenhang für die Kampagne „Für Alle – Menschenwürde – Nächstenliebe – Zusammenhalt“ der evangelischen und katholischen Kirchen in Deutschland. „Nächstenliebe als Grundhaltung ist mir besonders wichtig: Anderen Menschen grundsätzlich mit Respekt, Offenheit und Mitgefühl begegnen. Seitdem diese Werte von wachsenden Bevölkerungsgruppen infrage gestellt werden, ist das für mich auch ein politisches Statement. ‚Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt‘ – diese Begriffe stehen für Überzeugungen, die biblisch begründet sind und zugleich die Basis unseres Grundgesetzes bilden. Als Kirchen stehen wir für diese Werte.“ 
Bischof Dominicus sagte: „Das Zentrum unseres Grundgesetzes ist die Menschenwürde, die für jeden Menschen gilt. Das war lange selbstverständlich, aber mittlerweile gibt es Stimmen, die dies in Frage stellen. Als Kirche machen wir unseren Standpunkt klar und deutlich: Die Menschenwürde ist unantastbar und gilt für jeden, egal, woher er kommt, woran er glaubt, welche politische Ansicht er vertritt, ob er gesund oder krank ist. Wir treten jedem entgegen, der dies in Frage stellt.“ 
 

Gemeinsames Zeichen auf dem Markt

Die beiden Bischöfe setzten nach dem Friedensgebet ein Zeichen und versammelten sich mit anderen Teilnehmenden vor der Kirche hinter dem Banner der ökumenischen Kampagne. Gemeinsam sangen sie "Verleih uns Frieden gnädiglich." 
 
Das Friedensgebet der ACKOS findet seit 2003 jeden Samstag in St. Marien statt. Beteiligt sind Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen sowie Friedensinitiativen wie Religions for Peace, Pax Christi, Sant’Egidio und der Friedensort Osnabrück. Gebetsanliegen sind die Zustände in den aktuellen Kriegs- und Krisengebieten, das Gedenken an Opfer von Gewalt und Fragen des sozialen Friedens.

Hintergrund: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat 2026 zum ersten deutschlandweiten Ehrentag zum Geburtstag des Grundgesetzes am 23. Mai eingeladen. "Demokratie lebt von Menschen, die mitmachen", so der Bundespräsident. Mit der bundesweiten Initiative soll das Bewusstsein für die verfassungsmäßigen Grundlagen der Demokratie gestärkt werden.
Die Leitenden Geistlichen in Niedersachsen hatten dazu Anfang Mai ein Positionspapier veröffentlicht; bereits im Februar 2024 hatte die Deutsche Bischofskonferenz eine Erklärung zum völkischen Nationalismus herausgegeben.

Erklärung für Demokratie und Menschenwürde

Gemeinsame Erklärung der Leitenden Geistlichen in Niedersachsen und Bremen
Statement-zur-Demokratie_final.pdf

Die Erklärung „Menschenwürde – Nächstenliebe – Zusammenhalt. Wir stehen dazu!“ ist unterzeichnet von:
•    Thomas Adomeit, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg
•    Dr. Christina-Maria Bammel, Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig
•    Dr. Susanne Bei der Wieden, Kirchenpräsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche
•    Dr. Bernd Kuschnerus, Kirchenpräsident der Bremischen Evangelische Kirche
•    Ralf Meister, Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
•    Dr. Oliver Schuegraf, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe