Dr. Heidrun Gunkel ist am 30. August als neue Superintendentin des Kirchenkreises Melle-Georgsmarienhütte eingeführt worden. In ihrer Predigt gab sie dem gemeinsamen Start drei klare Leitlinien mit: Gerechtigkeit, Liebe und Demut.
Sie wählte das Bild der Startlinie vor einem sportlichen Wettkampf für ihre Einführung. „Da steigt die Spannung und die Aufregung.“ Sie selbst habe großen Respekt vor der neuen Aufgabe, aber zugleich die Gewissheit: „ich stehe an dieser Stelle nicht allein“.
Woran kann sich ein Kirchenkreis auf seinem gemeinsamen Weg orientieren? Gunkel fand die Antwort bei dem Propheten Micha: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ (Micha 6,8)
Was das konkret bedeutet, legte die neue Superintendentin in ihrer Predigt aus: „Gottes Wort halten bedeutet im biblischen Sinne, Gerechtigkeit üben und diese Gerechtigkeit meint, die Menschen um uns herum mit Gottes Augen zu sehen “. Nicht Zahlen und Statistiken sollten den Blick bestimmen, sondern die Menschen dahinter mit ihren jeweiligen Lebenssituationen. Bei aller Unterschiedlichkeit in den Vorstellungen bleibe die Leitlinie, immer danach zu fragen, „was dem Leben und unserer Gesellschaft dient“.
„Liebe üben“ nannte Gunkel „das Schönste und Anspruchsvollste zugleich“. Denn die Liebe bleibe auch, wenn es schwierig werde. „Liebe ist in der Bibel kein bloßes Gefühl. Liebe ist eine Haltung und sucht stets die Versöhnung.“ Diese Liebe verbindet die Menschen miteinander und kann zugleich in die Gesellschaft hineinwirken.
Und schließlich die Demut. Für Gunkel bedeutet sie, die eigenen Grenzen anzuerkennen und zugleich auf Gottes Kraft zu vertrauen: „Ich weiß, wem ich mein Leben und meinen Auftrag verdanke. Ich weiß: Meine Kraft reicht nicht immer. Aber Gottes Kraft ist da. Mein Blick ist begrenzt. Aber Gott sieht weiter. Ich kann mich irren. Aber Gott verliert den Weg nicht aus den Augen.“
Mit offenen Augen für die Welt und offenen Herzen für ein mutiges Miteinander wolle sie gemeinsam mit dem Kirchenkreis aufbrechen.
Ein Grund zur Freude für uns alle
Regionalbischof Friedrich Selter, der die Einführung der neuen Superintendentin vornahm, würdigte Heidrun Gunkel. „Sie sind immer Sie selbst geblieben, aufmerksam zuhörend, überlegt Position beziehend, gut vorbereitet, klug und umsichtig wahrnehmend und emphatisch. Sie können Gemeinde mit Alt und Jung, Sie können Leitung in Kirche und Verbänden und Sie weisen eine beeindruckende wissenschaftliche Expertise vor. Dass Sie jetzt Superintendentin sind, ist ein Grund zur Freude für uns alle.“
Der Kirche seien viele Veränderungen aufgetragen, die auch die Gesellschaft betreffen, sagte Selter. Viele davon bringen neue Bedürfnisse mit sich, die den Glauben und die Rolle von Religion berührten. „Bei all dem bleibt Orientierung an der Freude und Dankbarkeit vor Gott für das Zielbild von Kirche wegweisend.“
(Text: Brigitte Neuhaus, Bilder: Birte Hoppe)


