Zwischen Verheißung, Versuchung und Verantwortung: KI in der kirchlichen Praxis
Wie kann künstliche Intelligenz (KI) die kirchliche Arbeit unterstützen, ohne die menschliche Verantwortung und den seelsorgerlichen Kern pastoralen Handelns zu verdrängen? Mit der Einladung an die Pfarrpersonen zum diesjährigen Generalkonvent im Sprengel Osnabrück hatte Regionalbischof Friedrich Selter deutlich gemacht: „Künstliche Intelligenz tangiert unser Leben und unser Berufsverständnis auf vielfältig Weise. KI erscheint als Verheißung und Versuchung und wirft grundsätzliche ethische Fragen auf. Ohne verantwortungsbewusstes menschliches Handeln ist sie nicht denkbar.“
Prof. Dr. Holger Sievert, Studienleiter der aktuellen DiRK 2026-Studie ordnete in seinem Impulsvortrag den aktuellen Stand zur „Digitalisierung im Raum der Kirchen“ anhand ausgewählter Ergebnisse ein. Im Anschluss boten verschiedene Workshops Gelegenheit, Möglichkeiten und Grenzen der KI im Berufsalltag zwischen Seelsorge, Verwaltung, Gemeinde- und Öffentlichkeitsarbeit auszuloten. Im Mittelpunkt stand dabei nicht allein die Frage, was KI technisch leisten kann, sondern wie ihr Einsatz mit dem Selbstverständnis kirchlicher Arbeit vereinbar ist.
KI als Verheißung und Versuchung
KI verspricht Entlastung, neue Zugänge zu Menschen und mehr Zeit für die eigentlichen Aufgaben kirchlicher Arbeit. Sie kann Texte vorbereiten, Informationen strukturieren, Routineaufgaben vereinfachen und neue Möglichkeiten der Kommunikation eröffnen. Zugleich liegt eine Versuchung darin, technische Möglichkeiten vorschnell mit sinnvollen Lösungen gleichzusetzen. Nicht alles, was automatisiert werden kann, sollte auch automatisiert werden.


