Mitglieder in der Landessynode

Die Landessynode ist das zentrale Kirchenparlament der Landeskirche und stellt entscheidende Weichen für Gesetze, Haushalt und Leitung. Sie ist auf sechs Jahre gewählt, ihre Amtszeit endet somit Ende 2031. Das Durchschnittsalter der Synodalen liegt bei 48 Jahren, knapp die Hälfte aller Mitglieder sind neu in die Synode gewählt worden. Zur Präsidentin der neuen Landessynode wurde bei zwei Enthaltungen einstimmig Wencke Breyer (48) gewählt. Sie ist die erste Frau in diesem Ehrenamt. 

Die 79 Mitglieder der Landessynode setzen sich wie folgt zusammen: 66 Gewählte (davon 10 Hauptamtliche Mitarbeitende, 19 Geistliche und 37 Ehrenamtliche), zwölf vom Personalausschuss Berufene  (inklusive 4 Vorschläge der Jugendkammer für Personen unter 27 Jahren) sowie ein Vertreter der Theologischen Fakultät Göttingen. Die Synodalen decken ein breites berufliches Spektrum ab: Es sind unter anderem ein Physiker, eine Bestatterin, eine Hebamme, eine Agraringenieurin und eine Kulturwissenschaftlerin vertreten. 55% der Mitglieder sind Männer, 45% Frauen.

Erstmals gibt es drei Synodalgruppen: Die Gruppe „Lebendig.Vielfältig.Kirche“ (LVK)  mit 31 Mitgliedern, die „Gruppe Offene Kirche“ (GOK), mit 27 Mitgliedern und die neu gegründete Gruppe „Kirche in Bewegung“ (KiB) mit 19 Mitgliedern.
Die Landessynode ist eines der fünf kirchenleitenden Verfassungsorgane der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und tagt in der Regel zweimal im Jahr für vier Tage. Dazwischen arbeiten die Mitglieder in zahlreichen Ausschüssen weiter. Die Sitzungen der Landessynode sind öffentlich. Regelmäßiger Tagungsort ist der Große Saal des DIAKOVERE Henriettenstiftes in Hannover. 

Wer sind "unsere Vertreter*innen" in der Landessynode? Hier stellen sie sich mit Bild und anhand von drei Fragen vor:
1. Was war Ihre Motivation - warum haben Sie kandidiert?

2. Welche Themen sind Ihnen in der synodalen Arbeit wichtig?

3. Wie wünschen Sie sich die Kirche von morgen?

Synodale / Sprengel Osnabrück

Dr. Nhan Ghia Vo (Kirchenkreis Melle GMHütte) für die Gruppe der beruflich Mitarbeitenden; 
Joachim Cierpka (Kirchenkreis Bramsche), Dr.Thies Jarecki (Kirchenkreis Syke-Hoya) als ordinierte Pastoren;
Christian Afeldt (Kirchenkreis Melle GMHütte), Christine Lührs (Kirchenkreis Grafschaft Diepholz), Sigrun Ratzmann (Kirchenkreis Osnabrück), Gisela Schwarz (Kirchenkreis Syke-Hoya) als Vertreterinnen und Vertreter der Gruppe der Ehrenamtlichen

Was macht die Landessynode

Die Landessynode ist als gewähltes Kirchenparlament das wichtigste Entscheidungsorgan der Landeskirche. Neben dem Landessynodalausschuss (LSA), dem Landesbischof, dem Bischofsrat und dem Landeskirchenamt gehört sie zu den fünf kirchenleitenden Verfassungsorganen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Sie beschließt Gesetze, Haushaltspläne und Agenden, wählt den oder die Landesbischöfin und berät über kirchliche sowie gesellschaftliche Themen.

Zur Landessynode

Drei Fragen an die neuen Synodalen

Warum haben Sie für die Landessynode kandidiert?
Ich bin 25 Jahre und komme aus dem Kirchenkreis Melle Georgsmarienhütte.
Ich habe mich für die Landessynode beworben, weil ich meine eigenen Perspektiven mit einbringen möchte. Ich möchte die Chance nutzen, Kirche zukunftsorientiert mitzugestalten und gleichzeitig die Perspektive junger Menschen mit einzubringen.

Welche Themen sind Ihnen in der synodalen Arbeit wichtig?
Mir ist es wichtig, dass die Kirche den Menschen wieder zuhört.
Die Kirche hat, das habe ich aus mehreren Gesprächen erfahren,
aufgehört zuzuhören, obwohl wir eigentlich tagtäglich mit Menschen zusammenarbeiten. Genau da möchte ich einsetzen, dass die Kirche wieder ein Ort für Menschen wird und ein Ort, an dem Menschen auch zugehört werden kann.
Ich interessiere mich zum einen für den Geschäftsausschuss, wo es darum geht, die Tagungen der Landessynode vorzubereiten. 
Gleichzeitig möchte ich mich natürlich auch für die Jugend einsetzen.
Daher ist es für mich wichtig, dass ich auch in diesen Ausschuss komme –
mit Fokus entweder auf Jugendliche und junge Erwachsene oder Kinder, Jugend und Familien.

Wie wünschen Sie sich die Kirche von morgen? 
Die Kirche soll sich ihrer gesellschaftlichen Rolle wieder bewusst werden.
Wir sollen Menschen zuhören und für Menschen da sein, und der Mensch selber
soll in den Fokus rücken.
Gleichzeitig ist es natürlich auch wichtig, dass wir ein Zufluchtsort sind.
Menschen, die Hilfe benötigen, sollen direkte Hilfe bekommen und Unterstützung erfahren.

Ich habe für die Synode kandidiert, weil ich hoffe, dass wir dort miteinander
Reformprojekte und Transformationsprozesse voranbringen können. Ich stehe für eine Kirche, die dicht bei den Menschen ist, die sich möglichst nicht nur mit sich selbst beschäftigt, sondern nach außen orientiert ist.
Dafür aber braucht sie einen freien Rücken und die notwendigen Ressourcen.
Dafür zu arbeiten, möchte ich mich einsetzen.

Welche Themen sind Ihnen in der synodalen Arbeit wichtig?
Mir ist besonders wichtig, dass wir die Frage einer Verwaltungsvereinfachung,
einer Reform insgesamt unseres gesamten Apparates vorantreiben. Wir müssen, dürfen, werden hoffentlich schlanker, flexibler und damit dann auch unseren Aufgaben gerechter.

Wie wünschen Sie sich die Kirche von morgen?
Um die Zukunft der Kirche ist mir insgesamt nicht bange. Wie Kirche in Zukunft genau sein wird, weiß ich nicht. Aber was nötig ist, weiß ich: 
Sie muss seelsorgerlich handeln. Sie muss diakonisch handeln.
Sie muss den Menschen das Evangelium nahebringen.
Sie muss Freude verbreiten und Gottes gütige Gastfreundschaft.

 

Warum haben Sie für die Landessynode kandidiert?
Ein Grund ist, dass die Landessynode die Möglichkeit bietet, hier weiter im Konkreten vor Ort in der Gemeinde zu arbeiten und zugleich im Großen und Ganzen der Kirche mitzudenken und mitzuentscheiden.
Und auch ein bisschen, weil mir die Arbeit in einem parlamentarischen System,
in einer parlamentarischen Form, Spaß macht und mich interessiert. 
Auch da ist es das Verhältnis von Groß und Klein, die Frage von Ressourcen und Kompetenzen für die Kirchengemeinden und ihre Verantwortungsträger.

Welche Themen sind Ihnen in der synodalen Arbeit wichtig?
Es ist Thema der Diakonie, das Thema, Kirche für die Öffentlichkeit und in der Öffentlichkeit und im Gemeinwesen zu sein.

Was ist Ihre Vision einer zukunftsfähigen Kirche? 
Das, was auch gestern und heute schon für sie gut war:
Das Evangelium zu verkünden und die Sakramente zu verwalten,
andere zu bestärken und zu befähigen, sich selbst verschwenderisch einzusetzen und den Entscheidungsträgern vor Ort Raum zur Gestaltung und zur Verantwortung zu überlassen.

Warum haben Sie für die Landessynode kandidiert?
In der 26.Synode habe ich erlebt, das es auch wichtig ist, die Sichtweise vor dem Hintergrund „Leben und Arbeiten in der Landwirtschaft-“ mit einzubringen. Ich war die einzige Synodale aus diesem Lebensbereich.

Welche Themen sind Ihnen in der synodalen Arbeit wichtig?
Wir müssen jetzt mit dem Weniger werden von Kirchenmitgliedern, weniger Personal, Pastoren und weniger Finanzen arbeiten. Das bedeutet, dass die Kirchengemeinden ihre Arbeitsweisen und Gemeindestrukturen an die Wirklichkeit anpassen müssen. Dafür brauchen sie auch die gesetzlichen Möglichkeiten und Offenheit, dies für sich individuell zu überlegen, zu gestalten und umzusetzen. Im Planungs-Ausschuss der Landessynode werden genau auch solche Voraussetzungen überlegt und beschlossen.

Wie wünschen Sie sich die Kirche von morgen?
Für die Zukunft wünsche ich mir eine Kirche, die stark im Sozialraum verortet ist. Die offen ist für Kirchenferne und stärker serviceorientert arbeitet.

Warum haben Sie für die Landessynode kandidiert?
Für mich ist Kirche ein unverzichtbarer Teil dieser Gesellschaft.
Sie steht für Werte, Gemeinschaft, Menschlichkeit. Ich kann und ich mag
mir auch gar nicht vorstellen, dass Kirche eines Tages aus unserer Gesellschaft verschwunden sein könnte.
Und deshalb ist es mir ein persönliches Anliegen, dazu beizutragen,
dass Kirche sich weiterentwickelt und dass sie auch künftig ein relevanter Bestandteil bleibt.

Welche Themen sind Ihnen in der synodalen Arbeit wichtig?
Als Change-Prozessbegleiterin glaube ich fest daran, dass wir uns bewegen müssen, um das Wesentliche zu bewahren. Auch Kirche braucht Veränderung – und zugleich ist es wichtig, ihre Traditionen, Rituale und Grundfeste zu erhalten - dass beides nebeneinander bestehen kann.
Entscheidend ist, diesen Wandel gemeinsam zu gestalten – Menschen mitzunehmen, zuzuhören und zusammen die Kirche von morgen zu formen.

Ich bin im Finanzausschuss, weil ich „auch Zahlen kann und mag“ und weil dort entschieden wird, wie kirchliche Mittel eingesetzt und verantwortungsvoll für die Arbeit der Kirche verteilt werden. Weiterhin bin ich im Ausschuss für kirchliche Mitarbeit, um die Belange unserer haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in der Kirche mit zu vertreten. 


Wie wünschen Sie sich die Kirche von morgen?
Ich wünsche mir eine offene, zugewandte Kirche, die neue Formen ausprobiert und auch Menschen erreicht, die Kirche vielleicht aus dem Blick verloren haben.
Eine Kirche, die einlädt – und in der Gemeinschaft, Werte und Menschlichkeit spürbar sind.

Was hat Sie motiviert, für die Landessynode zu kandidieren?
Das war kein langgehegter Plan oder langersehnter Wunsch, sondern
ich habe eher das Gefühl, ich bin gefunden worden. 
Ich wurde gefragt, habe erfahren, dass es die Wahl gibt, und ich war neugierig
oder bin immer noch neugierig.

Welche Themen sind Ihnen in der synodalen Arbeit wichtig?
In der Landessynode, die ich wichtig finde, ist für mich natürlich die Zukunft der Kirche ein Thema. Ich finde Zukunftsfreude ein schönes Wort und genauso möchte ich daran mitarbeiten.
Ein Spezialgebiet von mir ist noch der Friedhof. Ich bin Vorsitzende des Friedhofsausschusses und möchte mal schauen, wie man ein Gremium für den Friedhof in der Synode installieren kann.

Wie wünschen Sie sich die Kirche von morgen?
Zukunft der Kirche finde ich eher vor Ort, dass sich da etwas etablieren kann und immer weiter etablieren muss. Kirche von morgen soll nicht so eine zentralistisch gesteuerte Kirche sein, sondern lebendige Gemeinden vor Ort, wo man sich trifft, Gemeinschaft und Spiritualität erlebt.

Warum haben Sie für die Landessynode kandidiert?
Ich bin zum einen als Referent tätig und zum anderen Kirchenmusiker und vertrete die Gruppe der beruflich Mitarbeitenden im Kirchenkreis Melle Georgsmarienhütte. Ich leite verschiedenste Pop-Chöre bei uns. Und das macht mir unglaublich viel Spaß.
Ich habe mich aufstellen lassen, weil ich Kirche aktiv mitgestalten möchte. Ich möchte entscheidende Impulse setzen. Schon in meiner Jugend habe ich mich engagiert und bin akuell Mitglied der Kirchenkreissynode.

Welche Themen sind Ihnen in der synodalen Arbeit wichtig?
Ich möchte mich mit verschiedensten Themen in die Landessynode einbringen. Zum einen interessiert mich die Arbeit mit jungen Erwachsenen.
In den örtlichen Kirchengemeinden haben wir viel Kinder- und Jugendarbeit,
aber viel zu wenige Angebote für junge Erwachsene. In unseren Chören gelingt das teilweise. Aber abgesehen davon brauchen wir einfach mehr Räume,
damit junge Erwachsene von Kirche inspiriert werden können. Ich möchte unsere Kirche auf dem Weg zu einer missionarischen Kirche mit dem Schwerpunkt Anfänge im Glauben mitgestalten und den Fokus auf die Inhalte stärken. Ich stehe dafür ein, dass Kirche ganz mutig, klar und verständlich von Gott redet. Deshalb habe ich mich für den Ausschuss für Theologie und Kirche gemeldet.

Dann interessiert mich Kirchenmusik und die kirchliche Popularmusik, die ich stärken möchte. Deshalb bin ich im Ausschuss für Kirchenmusik und Kultur. Ich war schockiert, als ich gehört habe, dass in allen drei Synodalgruppen kaum Menschen an diesem Ausschuss interessiert waren. Wir brauchen professionelle Hauptamtliche für Kirchenmusik und wir brauchen mehr Popularmusik! Hier sind wir auf einem guten Weg. Nun geht es um die Umsetzung des neuen Kirchenmusikgesetzes, z.B. darum, den Quereinstieg in KIrchenmusik noch leichter zu machen. Meine Erfahrung in der Drittmittelakquise will ich bei all dem einbringen.

Wie wünschen Sie sich die Kirche von morgen? 
Die Kirche der Zukunft ist eine internationale Kirche, eine bunte Kirche,
eine generationsübergreifende Kirche, wo auch junge Menschen, junge Erwachsene ihren Platz finden können und wo Kirchenmusik in ihrer Vielfalt erklingt.