"...dass sie alle eins seien"- Ökumenischer-Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt

Nachricht 16. Mai 2026

„Die Liebe verleiht uns Menschen Würde. Sie ist das Band, das unsere Welt zusammenhält"

Der Ökumenische Gottesdienst an Christi Himmelfahrt stand unter dem Bibelwort „dass sie alle eins seien“. Da am gleichen Tag das 50. Jubiläum der Städtepartnerschaft Osnabrück – Derby gefeiert wurde, sprach auch der Bürgermeister von Derby, Ajit Singh Atwal, zu den Gottesdienstbesucher*innen. Mitwirkende des Gottesdienstes waren Regionalbischof Friedrich Selter, Stadtdechant Dr. Martin Schomaker, Superintendent Dr. Joachim Jeska, Pastorin Andrea Kruckemeyer, Pastor Matthias Bochow und Alexander Illenseer, Geschäftsführer der Marketing Osnabrück GmbH.

Nähe - Distanz und Himmelwärtige Sehnsucht

In den Mittelpunkt seiner Predigt zu Christi Himmelfahrt stellte Regionalbischof Friedrich Selter die Spannung von Distanz und Nähe. Ausgehend vom Blick des Astronauten Sigmund Jähn auf die verletzliche Schönheit der Erde machte er deutlich: Glaube hilft, Abstand vom Alltag zu gewinnen, um Wesentliches zu erkennen – und zugleich Verantwortung für die Welt zu übernehmen. Christi Himmelfahrt sei kein Rückzug Jesu von der Welt, sondern die Zusage von Gottes Liebe, die allen Menschen gelte, so der Theologe. „Die Liebe verleiht uns Menschen Würde. Sie ist das Band, das unsere Welt zusammenhält. Als Christinnen und Christen sind wir als Webmeister*innen aufgerufen, überall da, wo sich im Band der Liebe Fäden gelöst haben, sie neu zu verbinden.“ Das Jesuswort aus dem Johannesevangelium (Joh. 17,21) „..dass sie alle eins sein “ sei daher verknüpft mit dem Auftrag: Mischt euch ein, sucht nach dem Verbindenden. „Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt“ – sind Kernwerte unseres Glaubens, für sie wollen wir angesichts von Polarisierungen und Verwerfungen eintreten“, betonte der Regionalbischof in der Predigt. 
Starke und einfühlsame Musik von Popkantor Jens Niemann am Flügel und Sängerin Jasmin Göttmann verlieh dem Ökumenischen Gottesdienst eine zusätzliche Dimension. 

"Jeder Austausch, jeder Besuch, jeder Händedruck trägt zu einer friedlicheren Welt bei"

Es sei ihm eine große Ehre im Jahr des 50. Jubiläums der Partnerschaft zwischen den Derby und Osnabrück in der Kirche zu sprechen, sagte Bürgermeister Atwal bei der Begrüßung. "Die Städtepartnerschaft 1976 war an sich schon ein Akt des Friedens, gegründet auf Versöhnung, gegenseitigen Respekt und einem gemeinsamen Bekenntnis zur internationalen Freundschaft." Über die Jahrzehnte seien persönlichen Freundschaften und Verbindungen entstanden, die uns " daran erinnern, dass Bande zwischen Gemeinschaften nicht nur in Ratssälen geknüpft werden, sondern auch in Privathaushalten, Schulen und öffentlichen Räumen wie diesem. Jeder Austausch, jeder Besuch, jeder Händedruck trägt zu einer friedlicheren Welt bei. Eine dauerhafte Partnerschaft zwischen Städten ist einer der schönsten Ausdrucksformen des Friedens." Die Städtebotschafterin aus Derby, Sophie Bailey, übersetzte die Worte des Bürgermeisters, für die er langen Applaus erhielt. 

Bilder und Text: Brigitte Neuhaus, Sprengel Osnabrück