„...eine Kirche, die nicht mehr singt und musiziert, ist keine mehr...“
…das gilt jedenfalls für Regionalbischof Friedrich Selter. "Ich kann mir eine Kirche ohne Musik nicht vorstellen, mein Glaube hält sich immer wieder an Sätzen fest, wie ich sie aus Chorälen und Kantaten kenne“.
Kirchenmusik ist komplex. Kirchenmusik braucht und lebt von Menschen, die gut ausgebildet sind und ihr Können motivierend vermitteln. Dass das insgesamt gut gelingt, zeigt ein Blick auf die Zahlen in der gesamten Landeskirche. Dort musizieren rund 52.000 Menschen regelmäßig – in Kinder- und Jugendchören, Kantoreien, Pop-, Gospel- und Posaunenchören. Dieses Engagement lebt von vielen nebenberuflich tätigen Kirchenmusiker*innen. Und um deren Ausbildung, die sog. C-Kurs-Ausbildung, ging es beim Impulstag Kirchenmusik im Kloster Nette bei Osnabrück, zu dem rd.25 hauptamtliche Kirchenmusiker*innen aus dem Sprengel kamen.
Wie ist die Ausbildung zur Kirchenmusik eigentlich „organisiert“ ?
Die Ausbildung gibt es in den Bereichen "Klassisch" (Chor / Orgel und Kombination aus beidem) und "Popular" (Chor / Band und Kombination aus beidem). Für beide verbindlich sind sog. Kirchliche Fächer, in denen es u.a. um Liturgie und Kirchenmusikgeschichte geht.
Warum und wie wird die Ausbildung attraktiver?
„Wir müssen die Ausbildung für nebenberuflich tätige Kirchenmusiker*innen attraktiver machen“, weiß Carsten Zündorf, Kirchenmusikdirektor im Sprengel Osnabrück und zuständig für die Ausbildung. Die Nachfrage insbesondere im Bereich „Klassisch“, also Orgel und Chor, gehe in der Landeskirche insgesamt deutlich zurück. Das hat verschiedene Gründe, an die die Landeskirche und die Kirchenmusikdirektoren der Sprengel heranwollen. Als Positivbeispiel gelungener Ausbildung gilt die Kirchenmusikakademie Schlüchtern (EKKW), wie deren Leiter, Andreas Schneidewind, berichtete. Künftig soll es auch in der Hannoverschen Landeskirche mehr Flexibilität und eine modulare Ausbildungsstruktur geben. Der Quereinstieg soll erleichtert und den Teilnehmenden die Möglichkeit gegeben werden, Kurse, Orte und Zeiten individuell zu wählen. Benjamin Dippel (Landeskirchenmusikdirektor) und Tim Löhrs (Koordinator für die Ausbildung) waren als Referenten der Landeskirche mit dabei. Das Ganze muss synchronisiert werden, denn an der vergleichbaren Qualifikation der Ausbildung orientiert sich am Ende die Bezahlung.
Wer interessiert sich für diese Ausbildung?
„Die Bandbreite der Menschen, die sich für diese nebenberufliche Ausbildung interessieren, ist groß“, erklärt Carsten Zündorf, der die Ausbildung für den Bereich „Klassisch“ leitet. Sie reiche von Musikstudierenden bis hin zu Menschen, die kurz vor oder im Ruhestand wieder Zeit haben und etwas Neues lernen oder an frühere „Hobbies“ anknüpfen möchten.
Dass auch bei Kirchenmusik die Bandbreite groß ist, zeigten die verschiedenen Workshops. Sie gaben Impulse etwa zu Nischenbereichen mit Potential, wie dem Orgelunterricht mit Kindern, den Carolin Kaiser aus Mainz vorstellte.
Über den Bereich Chorgesang tauschten sich die Chorleitenden mit Landeskantorin Majka Wiechelt aus. Für das große Thema Popularmusik bot Christoph Spengler, Kantor, Chorleiter und Lehrbeauftragter an der Pop-Akademie Witten in seinem Workshop alternative Begleitung auf dem E-Piano an – auch mit Blick auch auf das neue EG (2028).
An wen wende ich mich bei Interesse?
Erster Ansprechpartner für alle Fragen zur Ausbildung – egal welche Richtung – ist Carsten Zündorf als Kirchenmusikdirektor des Sprengels.
Kontakt: Carsten Zündorf T.: 0541 22220 .https://st-marien-os.de/ausbildung
Der Bedarf nach Austausch war groß. „Gern regelmäßig so ein Tag zum Austausch und Netzwerken. Das tut gut, das braucht es einfach“, so das Fazit.
(Text/Fotos Brigitte Neuhaus, Sprengel Osnabrück)